[Review Nr. 3] – Coup

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Mit Coup von Rikki Tahta stelle ich diesmal keine Neuheit vor, sondern ein Spiel das bereits seit 2012 auf englisch, bzw. seit 2013 auf deutsch verfügbar ist. Ich stelle Coup hier trotzdem vor da es als Bluffing-/Deduktions-Spiel zu einer Spiele-Kategorie gehört die ich besonders mag und dadurch zu meinen meistgespielten Spielen gehört.

Was macht Coup jetzt so besonders? Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen dieser Kategorie wie Werwölfe von Düsterwald, Mafia de Cuba oder dem im selben Universum spielenden Der Widerstand lässt sich Coup auch schon in einer kleineren Runde gut spielen. Selbst zu zweit funktioniert das Spiel überraschend gut, ab 3 Spielern kann ich es uneingeschränkt empfehlen.

Die besondere Spannung bezieht das Spiel daraus, dass jeder Spieler im Gegensatz zu anderen Bluffing-Spielen nicht eine, sondern zwei Rollen mit unterschiedlichen Spezial-Fähigkeiten zugewiesen bekommt und sich diese im Laufe des Spiels auch noch ändern können. Sobald beide kontrollierten Charaktere ermordet worden sind ist man ausgeschieden.

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Außerdem kann man jederzeit behaupten jede der 5 (man spielt immer mit Botschafter ODER Inquisitor) möglichen Rollen zu besitzen um deren Fähigkeit zu nutzen. Diese Bluffs will natürlich jeder aufdecken und genau das macht auch den Spaßfaktor von Coup aus. Zweifelt jemand zu unrecht an, dass man einen bestimmten Charakter auf der Hand hat, muss man die Karte vorzeigen, darf anschließend aber eine verdeckte nachziehen.

Wenn ich also bereits drei mal in Folge behauptet habe den Großherzog zu haben, das angezweifelt wurde und ich den Großherzog entsprechend 3 Mal vorzeigen und abwerfen musste, ist die Verzweiflung beim letzten verbliebenen Gegnern groß wenn ich es zum vierten Mal behaupte und es – dank den Kartengottes – erneut stimmt. Mein diabolisches Gelächter über diesen Coup-Sieg ist immernoch nicht ganz verklungen und inzwischen wagt es keiner meiner Gegner mehr anzuzweifeln, dass ich einen Großherzog besitze. “Ich bin der Duke! Ich bin immer der Duke!”

Genau solche Situationen machen Coup aus! Das Spiel ist dadurch sehr kommunikativ, denn jeder versucht natürlich seine Gegner von seinen ehrlichen Absichten zu überzeugen. Trotzdem geht es dabei meist ziemlich fix, denn bei schnellen Entscheidungen neigen die Gegner eher dazu einem zu glauben. Natürlich gibt es auch einen gewissen Glücksfaktor beim Nachziehen der Karten. Das stört aber überhaupt nicht, denn die auf der Verpackung angegebenen 15 Minuten Spielzeit werden eigentlich nie erreicht. Die meisten Partien sind in höchstens 5 Minuten gespielt und so bleibt es natürlich nie bei nur einer Partie. Irgendwer will immer eine Revanche!

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Der Einstieg in Coup ist tatsächlich etwas anspruchsvoller, da man erstmal alle Rollen gut kennen muss bis das Spiel seine volle Wirkung entfaltet. Hat man aber einmal alle Rollen verinnerlicht, kenne ich kaum jemanden dem Coup nicht gefallen hat. Inzwischen habe ich auch die Erweiterung Coup Reformation, die zusätzliche Aktionen und Fraktionen ins Spiel bringt und so für mehr Abwechslung sorgt. Diese kann ich besonders allen empfehlen die Coup – wie ich – in der englischen Version besitzen. Denn die deutsche Version von Coup Reformation ist komplett kompatibel und enthält erneut den zusätzlichen Charakter Inquisitor, der auch im deutschsprachigen Grundspiel enthalten war.

Coup gehört bei uns inzwischen zum festen Inventar und wird gerne spät abends gespielt, wenn die ersten Mitspieler eigentlich schon gehen wollen. Eine Runde Coup geht halt eigentlich immer. Und dann noch eine Revanche. Und noch eine Runde. Und noch eine letzte. Und… Am Ende geht es bei Coup dann auch nicht darum zu gewinnen, hier steht klar der Spielspass und das Spielgefühl im Vordergrund.

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