Braunschweig spielt!

Am 25. und 26.3. stand die Stadthalle in Braunschweig allen Spielbegeisterten zur Verfügung um im Rahmen der Veranstaltung „Braunschweig spielt!“ neue Brettspiele auszuprobieren. Auch zahlreiche Verlage waren vor Ort um vorallem ihre Neuheiten aus dem Herbst 2016 und dem Frühjahr 2017 vorzustellen. Ich habe vor Ort selbst einige Spiele ausprobieren können – hier kommen jetzt meine ersten Eindrücke:

Das erste Spiel das ich vor Ort gespielt habe war Fabelsaft von Friedemann Friese. Ich habe das Spiel dort zum ersten Mal gespielt habe. Es war zwar schon zur Spiel 2016 in aller Munde, aber damals hat mein Budget einfach nicht mehr für Fabelsaft gereicht. Da es danach überall ausverkauft war, konnte ich es erst jetzt in Braunschweig spielen und kaufen. Es war letztendlich genau das Spiel das ich erwartet habe. Ein einfaches Familienspiel, bei dem es darum geht verschiedene Früchte zu sammeln. Der Clou, dass sich das Spiel dabei ständig verändert, weil neue Ortskarten mit anderen Aktionen ins Spiel kommen, ist schon in den ersten 2-3 Partien deutlich zu spüren und man ist gespannt wie sich das Spiel weiterentwickelt. Ich freue mich schon darauf, den Ortskartenstapel demnächst durchzuspielen. Mir hat das Spiel jedenfalls bisher sehr gut gefallen.

Das zweite Spiel des Tages war dann Railroad Revolution. Auch das Spiel hatte ich bereits in Essen 2016 auf meiner Liste, habe es dann aber wieder aus den Augen verloren. Bei Railroad Revolution handelt es sich um ein – für den Verlag „What’s your Game“ typisches – komplexes Strategiespiel, das sicherlich über dem Kennerspiel-Niveau liegt. Die sehr gute und ausführliche Regelerklärung fiel dementsprechend lang aus. Das Spiel selbst hat mich dann wirklich überzeugt. Trotz der Komplexität sind die Züge der Spieler schnell verinnerlicht und ausgeführt. Dadurch kommt das Spiel kaum ins Stocken und man kommt zumindest mit 2 Spielern sehr schnell voran. Die Komplexität bezieht das Spiel aus den zahlreichen Aktions-Möglichkeiten mit verschieden-farbigen Arbeitern. Ich habe mich im Spiel übrigens versucht auf die Telegrafen-Strecke zu konzentrieren und damit einen recht deutlichen Sieg eingefahren. Was wir für Zufall gehalten haben, da wir vorallem zu Spielbeginn noch garnicht genau wussten was wir tuen, scheint aber tatsächlich keiner zu sein. Jedenfalls habe ich während der Veranstaltung mit mehren Leuten gesprochen, die das Spiel gut kannten, aber auf Grund der deutlich überlegenen Telegrafen-Strategie nicht mochten. Das kann ich natürlich nach einer Partie weder bestätigen, noch widerlegen. Daher halte ich mich mit einer endgültigen Bewertung des Spiels aber auf jeden Fall noch zurück.

Weiter ging es mit Undercover von Frosted Games. Ein Spiel das eigentlich recht einfach zu sein scheint, denn es geht letztendlich nur darum farbige Plättchen korrekt anzulegen. Diese dürfen an gleichfarbige Plättchen oder an Plättchen der beiden im Farbkreis beanachbarten Farben angelegt werden. Da die Plättchen aber zwei Seiten haben und man sie drehen darf wenn man sie nimmt, kommt ein Memory-Anteil dazu der im Laufe des Spiels der Erkenntnis weicht, dass da ein ausgeklügeltes System hinter steckt. Man kann die Synapsen im Gehirn jedenfalls förmlich wachsen hören. Mir haben die ersten beiden Partien jedenfalls sehr gut gefallen, auch wenn ich danach ein wenig Kopfschmerzen vom anhaltenden Kopfzerbrechen hatte.

Ähnlich Abstrakt blieb es dann mit Qango, einem reinen 2-Personen-Spiel vom gleichnamigen Verlag. Das Spiel ist in einer Minute gelernt und ebenso schnell gespielt. Es geht darum abwechselnd Steine einzusetzen um eine von drei verschiedenen Siegbedingungen zu erfüllen – Ähnlichkeiten zu Vier, gewinnt! sind nicht zu leugnen. Wer das mag sollte sich Qango definitiv mal anschauen, für mich ist es eher nichts.

Von bunten Spielen kommen wir zu bunten Würfeln und damit mit zu Roll for the Galaxy. Auch wenn das Spiel schon etwas älter ist und ich natürlich bestens darüber informiert war, muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich es noch nicht gespielt hatte. Jetzt war es endlich soweit.

Nach einem schnellen Regelüberblick ging es los. Trotz der Komplexität kommt man schnell in das Spiel herein. Allerdings haben sich alle 4 RFTG-Neulinge am Tisch noch eher auf das geschickte Nutzen der Würfel konzentriert und die entdeckten Welten und Entwicklungen mehr oder weniger so genommen wie sie gerade kamen. Da steckt mit Sicherheit noch eine Menge Potential drin. Insgesamt hat mir das Spiel gut gefallen, auch wenn ich den Hype um das Spiel nach einer Partie definitiv noch nicht nachvollziehen kann.

Das vorletzte Spiel des Tages war Frogriders, das neue Familienspiel von eggertspiele. Das Spiel baut auf dem bekannten Solitär-Prinzip auf und ist schnell erklärt. Letztendlich sammelt man Frösche vom Spielfeld ein, in dem man sie mit anderen Fröschen überspringt. Da diese aber unterschiedliche Farben haben, die unterschiedliche Effekte auslösen, ist Frogriders für ein Familienspiel überraschend strategisch. Trotz anfänglicher Skepsis wegen des ausgelutschten Spielprinzips hat mir Frogriders richtig gut gefallen. Definitiv eine positive Überraschung!

Zu guter letzt war es dann endlich so weit, ich konnte Captain Sonar ausprobieren. Zwar lässt die Pegasus-Version weiter auf sich warten, aber die Friedberger hatten das englische Original von Matagot zum ausprobieren dabei. Da das Spielmaterial komplett sprachneutral ist war das aber kein Problem. Bei Captain Sonar treten zwei Teams an, die jeweils das gegnerische U-Boot versenken wollen. Jeder Spieler hat dabei eine eigene, individuelle Rolle und das Spiel läuft in Echtzeit ab, so dass jeder seine Aufgaben schnell erfüllen muss.

Insgesamt haben wir 3 Partien gespielt, sowohl mit 6 Spielern, als auch in der klar zu empfehlenden Vollbesetzung mit 8 Spielern. Die Hektik blieb dabei über alle 3 Partien erhalten, aber das Kommunikations-Chaos des ersten Spiels wurde mit jeder Partie weniger. Von den verschiedenen Rollen hat mir definitiv die des Radio-Operators am besten gefallen. Dieser muss die Kommandos des gegnerischen Kapitäns mithören und daraus die Position des gegnerischen U-Boots ermitteln. Aber auch die anderen Rollen sind spannend und jede hat ihre eigenen Herausforderungen.

Captain Sonar hat ein einmaliges Spielgefühl, das mir überaus gut gefallen hat. Die Lernkurve in den ersten Partien ist recht steil und ich bin wirklich gespannt darauf auch weitere Karten und Missionen auszuprobieren. Da das Spiel aber nur mit 8 Spielern zur vollen Entfaltung kommt, sollte man sich genau überlegen ob das Spiel etwas für die eigene Spielerunde ist. Wer das Spiel auf einer Spieleveranstaltung entdeckt, sollte es aber definitiv mal ausprobieren. Für mich persönlich ein absoluter Pflicht-Kauf, sobald es erscheint.

Insgesamt war „Braunschweig spielt!“ eine absolut gelungene Veranstaltung. Die Tische waren sehr gut besetzt, aber in der Regel hat man trotzdem noch meist irgendwo einen Platz gefunden. Mein Highlight war ganz klar Captain Sonar, aber auch Undercover und Frogriders haben mich besonders positiv überrascht.  Fabelsaft stand schon länger ganz oben auf meiner Liste und ich bin froh es endlich spielen zu können. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei!

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