Deutscher Spielepreis 2018

Neben dem Spiel des Jahres gibt es in Deutschland noch einen zweiten großen Preis für Gesellschaftsspiele. Der Deutsche Spielepreis ist im Gegesatz zum Spiel des Jahres kein Jurypreis, sondern ein Publikumspreis. Somit kann jeder der sich dazu berufen fühlt mit abstimmen. Da in der Regel hauptsächlich Vielspieler abstimmen, sind dabei meist die Expertenspiele weit vorne zu finden und der Preis gilt daher auch ein wenig als Expertenspielpreis. Dabei darf nur für Spiele des aktuellen Jahrgangs (Neuheiten aus Essen 2017/Nürnberg 2018) abgestimmt werden. Wer mitmachen will findet das Voting unter dspvoting.de.

Ich stimme auch seit einigen Jahren immer mit ab und finde das ist eine gute Gelegenheit mal einen Rückblick auf das Spielejahr zu werfen. Daher stelle ich euch hier – analog zum Voting – meine Top 5 Spiele des letzten Jahrgangs, sowie mein Top-Kinderspiel vor.

Platz 1 – Heaven & Ale
Heaven & Ale von Michael Kiesling und Andreas Schmidt hat mich in meiner Erstpartie nicht sofort überzeugt. Gottseidank habe ich das Potential des Spiel im letzten Spielviertel erkannt und es mir zugelegt. Seit dem sind zahlreiche Partien dazu gekommen und mit jeder Partie hat mir das Spiel besser gefallen. Heute habe ich jederzeit Lust auf eine weitere Runde. So viele spannende Entscheidungen in einem Spiel habe ich selten erlebt. Daher ist Heaven & Ale für mich das beste Spiel des Jahrgangs.

Platz 2 – Azul
Azul – ebenfalls von Michael Kiesling – ist ein abstraktes Legespiel, das mit tollem Material besticht. Auch hier braucht es die erste Partie um zu verstehen welche Auswirkungen die sehr einfachen Entscheidungen haben. Dennoch kann hier eigentlich jeder sofort mitspielen. Das Spiel ist schnell erklärt, fast ebenso schnell gespielt und nur selten kommt es vor, dass ein Neuling nicht sofort eine zweite Partie spielen will. Ein klassisches Familienspiel, das mit Sicheheit auch in einigen Jahren noch viele Spieler begeistern wird.

Platz 3 – Rob ‘n Run
Bei Rob ‘n Run von Michael Luu handelt es sich um ein kooperatives Spiel bei dem ein Spieler mit einer sehr begrenzten Zahl an Hinweisen seinen Mitspielern einen Mastermind-ähnlichen Code mitteilen muss. Drumherum wurde ein gut funktionierendes Spiel mit witzigem Thema gebastelt. Wer es mag sich mit Logik und auch jeder Menge Glück kooperativ seinem Ziel zu nähern, dem wird Rob ‘n Run gefallen. Das Spiel ist bei einigen meiner Mitspieler komplett durchgefallen. In anderen Runden kam es aber so gut an und hat so viel Spaß gemacht, dass es für mich zu den Top-Spielen des Jahrgangs gehört.

Platz 4 – The Mind
The Mind von Wolfgang Warsch ist ebenfalls kooperativ. Das Spielgefühl ist aber so einzigartig, dass man das Spiel unbedingt mal ausprobieren muss. Sicherlich wird es dem ein oder anderen nicht gefallen. Auch ist The Mind kein Spiel das man abendelang rauf und runter spielt. Es wird bei mir aber immer wieder zwischendurch gespielt, ist herausfordernd und ruft viele tolle Emotionen am Spieltisch hervor. Besonders in neuen Runden ist die Begeisterung manchmal förmlich greifbar. Daher muss The Mind für mich auch in dieser Liste auftauchen.

Platz 5 – Rajas of the Ganges
Rajas of the Ganges von Inka und Markus Brand ist ein klassisches Worker-Placement Spiel mit Würfeln als Ressourcen und einer ungewöhnlichen Siegpunktleiste. Es bietet zwar keine großartigen Neuerungen, verbindet aber altbekannte Mechanismen geschickt miteinander. Entstanden ist ein absolut rundes Spiel, das für den ein oder anderen ein guter Türöffner in die Welt der komplexeren Spiele sein kann. Ein gelungenes Spiel das für mich ebenfalls zu den besten des Jahrgangs gehört.

Kinderspiel – Memoarrr!
Der klassische Memo-Mechanismus ist tatsächlich nichts was mich persönlich an den Spieletisch zieht. Memoarrr! von Carlo Bortolini ist es allerdings gelungen mit einfachsten Mitteln frischen Wind in einen eher angestaubten Mechanismus zu bringen. Neben dem Merken der verdeckten Karten spielt so auch Taktik eine Rolle. Ob das Spiel wirklich für Kinder geeignet ist, kann ich eigentlich garnicht beurteilen. Ich bin aber froh, dass es zumindest nicht völlig abwegig ist Memoarrr! hier einzuordnen. Sonst hätte ich definitiv eines der anderen fünf Spiele von der Liste streichen müssen.

Das sind also die Spiele die meine Stimme(n) beim DSP-Voting bekommen haben. Natürlich gibt es das ein oder andere Spiel das knapp gescheitert ist (z.B. Altiplano oder Ganz schön clever) oder das ich einfach nicht bzw. viel zu wenig gespielt habe um es einordnern zu können (z.B. Gaia Projekt oder Pioneers). Gottseidank gibt es aber ja viele Spieler, die diese Spiele vielleicht besser einordnen können. Also wählt eure Favoriten unter dspvoting.de, damit am Ende ein aussagekräftiges Gesamtergebnis entsteht. Dazu habt ihr noch bis 31.7. Zeit. Also noch genau einen Monat.

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